Schü­ler*in­nen haut­nah bei der Quan­ten­for­schung: MINT-EC Camp am In­sti­tut für Pho­to­ni­sche Quan­ten­sys­te­me der Uni­ver­si­tät Pa­der­born

Vom 4. bis 6. November trafen sich 15 besonders engagierte Schüler*innen aus ganz Deutschland im Paderborner MINT-EC-Camp, um drei Tage lang echte Forschung hautnah zu erleben. Organisiert wurde der dreitägige Forschungs- und Experimentier-Workshop gemeinsam vom Pelizaeus-Gymnasium Paderborn und dem Institut für Photonische Quantensysteme (PhoQS) der Universität Paderborn, mit Unterstützung des zdi Paderborn. Die Teilnehmer*innen hatten sich im deutschlandweiten Bewerbungs-verfahren gegen zahlreiche Bewerber*innen durchgesetzt und zeigten dabei nicht nur herausragendes fachliches Interesse, sondern auch großes Engagement für MINT-Themen. Das MINT-EC-Netzwerk, die nationale Excellence-Initiative für MINT-Bildung, fördert mit diesem und anderen Angeboten Leuchtturm-Schulen dabei, ihre Rolle als Talentschmieden für naturwissenschaftlich-technische Begabungen nachhaltig zu stärken.

Ganz unter dem Motto „Quantensysteme - Von Lichtsignalen zum Quantencomputer“ konnten die jungen Teilnehmenden in einem von Dr. Anna Bauer konzipierten Workshop nicht nur Theorie, sondern Quantenphysik erleben, erforschen und mitdenken. Unter Anleitung von Wissenschaftler*innen des PhoQS wurden die Grundlagen photonischer Quantentechnologien vermittelt, von der Lichtquelle und Lichtwellen über Quantenmaterialien bis hin zum ersten deutschen Demonstrator eines photonischen Quantencomputers (PaQS).

Von der Theorie zum Labor

Das Camp begann am Pelizaeus-Gymnasium, wo die Schüler*innen, gemeinsam mit den Lehrern Carolin Eidhoff, Michael Dohmen, Maximilian Maiß, Marko Fischer und Dr. Rainer Eckel erste Experimente mit Strahlteilern, Photonen, Licht- und Materiewellen durchführten. Am zweiten Tag führte die Reise in die Forschung am PhoQS: Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Christine Silberhorn, Sprecherin des PhoQS, erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Welt der Quantencomputer und absolvierten eine Führung durch die Laborräume des neuen Forschungsbau des Instituts.

Das Highlight für die Schüler*innen war, dass sie unter Anleitung der Forschenden selber in den Laboren und Räumen der Universität experimentieren durften. Durch die Experimente konnten die Schüler*innen das Forschungsspektrum des PhoQS hautnah kennenlernen, darunter Experimente wie der 3D-Nanocharakterisierung quantenoptischer Bauteile oder die Entwicklung von Quantenkryptografie-Protokollen, der Analyse von Photonenstatistiken für unterschiedliche Lichtsorten, der Herstellung von Oberflächenstrukturen im Reinraum sowie das Design komplexer photonischer Chips.

„Es war wie immer beeindruckend, wie schnell jungen Menschen in die komplexen Themen hineinwach-sen, von der Theorie bis zur praktischen Umsetzung. Sie haben nicht nur gelernt, sondern aktiv mitgedacht, geforscht und gefragt“, sagt Prof. Dr. Silberhorn. „Das zeigt: Die Zukunft der Quantentechnologien wird nicht nur in Laboren, sondern auch in den Köpfen junger Menschen entstehen. Deswegen freuen wir uns umso mehr über Kooperationen wie diese und weitere dieser Art, denn uns liegt es sehr am Herzen, die Nachwuchsförderung zu unterstützen. “

Abschluss mit Präsentation und Perspektiven


Am dritten Tag haben die Schüler*innen die Präsentation ihre Projektergebnisse mit Begeisterung, Kreativität und großem Engagement gemeinsam mit den Wissenschaftler*innen erarbeitet. Die Präsentationen zeigten nicht nur, was sie gelernt haben, sondern auch, wie tief sie sich in die Themen hineingearbeitet haben. An den Abenden wurde gemeinsam gekocht und verschiedenste Aktivitäten, wie bowlen, unternommen. So konnten die Schüler*innen nicht nur mehr über Quantentechnologien lernen, son-dern auch neue Freundschaften knüpfen.  
 

Foto: Universität Paderborn/ Marco Seidel